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Publication

Narrating Brexit

Book Contribution - Chapter

Subtitle:Retrospective Worldmaking and Nation Narration in Pre- and Post-Referendum British Fiction
Die Abstimmung zum Austritt des Vereinigten Königreichs aus der
Europäischen Union am 23. Juni 2016 wurde von Journalisten und politischen
Kommentatoren schnell und übereinstimmend als das Resultat eines postfaktischen
Wahlkampfes interpretiert. Im vorliegenden Beitrag wird gezeigt, dass die
Diskursstruktur des Postfaktischen nur bedingt einen Rahmen liefern kann, um
die Brexit-Abstimmung zu verstehen. In einem ersten Abschnitt werden die die
Abstimmung begleitenden Debatten dafür daraufhin befragt, ob in ihnen die
Erzähl- und Diskursmodelle des Wandels einerseits oder der Kontinuität und
der Nostalgie andererseits vorherrschen. In einem zweiten Teil werden sodann
die Brexit-Interpretationen, die den britischen Euroskeptizismus und die britische
‚postkoloniale Melancholie‘ als Erklärungen für die Abstimmung anführen,
in den Blick genommen. Anschließend werden die beiden Spionageromane The
Innocent
von Ian McEwan (1990) und Expo 58 von Jonathan Coe (2013) daraufhin
befragt, ob in ihnen schon vor dem Referendum ein von Europa unabhängiges
Großbritannien antizipiert wird. Abschließend werden diese beiden Texte in
einem kurzen Ausblick mit der sog. „BrexLit“ verglichen, die seit der Abstimmung
entstanden ist.
Book: Postfaktisches Erzählen?
Pages: 297-322
ISBN:9783110692730
Publication year:2021
Keywords:Brexit, BrexLit, post-truth, fictions of Europe, imaginary Europes
Accessibility:Closed